News vom 05.07.2017

Prof. Dagmar Braun: Planen Sie strategisch Ihre Karriere und die Elternzeit!

Abschlussveranstaltung „Zukunft durch Aufstieg“ am 14. September 2017

Der dritte Durchgang des Mentoringprogrammes „Zukunft durch Aufstieg“ neigt sich dem Ende. Am 14. September 2017 findet von 10 bis 13 Uhr die Abschlussveranstaltung im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais in Schwerin statt. Sozialministerin Stefanie Drese wird den 70 Mentees ihre Zertifikate überreichen. Talkgast wird die Greifswalder Unternehmerin Prof. Dagmar Braun sein. Im Vorfeld sprach die Leiterin der Koordinierungsstelle, Renate Heusch-Lahl, mit der 60-Jährigen.

1) Wenn Sie auf Ihr Berufsleben zurückschauen, gab es bestimmte Personen oder Situationen, die Sie geprägt haben?

Geprägt hat mich 1995 mein Scheitern bei zwei Bewerbungen um Hochschul-Professuren - gegen Männer, von denen dann jeweils einer berufen wurde. Die Gründe dafür lagen auf der Hand: mein fehlendes Netzwerk und kaum Publikationen, da ich durch Kindererziehung weniger Zeit hatte.
Auch bei der Bewerbung um Abteilungsleitung in der Berufsschule im gleichen Jahr, in der ich lange Jahre tätig war, bin ich gescheitert. Befördert wurde ein älterer Kollege. Ich denke, es lag daran, dass er ein „Männer-Netzwerk" hatte.
Im gleichen Jahr schlug mir mein Mann vor: "Komm Vollzeit mit in meine Firma". Das war die entscheidende Wende für mich und die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.


2) Haben Sie Dinge anders gemacht als Männer?

Ich bin viele Dinge einfach pragmatischer angegangen - ich habe mir meinen Weg selbst erarbeitet, weniger Bezug auf Theorien. Ich habe immer primär versucht, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen - das war mir für viele Jahre genug. Bezüglich Karriere-Planung war ich naiv und situativ geprägt, da habe ich strategische Fehler gemacht.


3) Führen Frauen anders?

Es gibt da kein "typisch männlich oder weiblich", aber es gibt tendenzielle Unterschiede: Frauen legen Wert auf Team-Spirit und sind oft kollegialer. Sie suchen stärker Kontakt und sehen den kompletten Mensch beim Mitarbeiter. Da geht die Vorgesetzte morgens kurz von Büro zu Büro oder sorgt für Blumen und, Süßigkeiten in den Sozialräumen.
Frauen habe oft mehr Gespür. Sie geben eher Freiräume beim Arbeits-Inhalt und formulieren Zielvorgaben. Sie schaffen Freiräume bei der Arbeitszeit. Da ist es auch möglich, ausnahmsweise krankes Kind (oder Hund) mit ins Büro bringen lassen. Sie fördern eher den Zusammenhalt der Mitarbeiter.


4) Was empfehlen Sie Frauen, die am Beginn des Berufsleben stehen?

Mein Tipp ist klar: Planen Sie strategisch Ihre Karriere und die Elternzeit! Denken Sie langfristig und bauen Sie Netzwerke auf!

 

Prof. Dagmar Braun ist eine deutsche Unternehmerin, Ärztin und Hochschullehrerin und lebt in Greifswald. Von 2001 bis Ende 2008 übernahm sie als Vorstand Forschung & Entwicklung und später auch als Vorstand für Materialwirtschaft eine Schlüsselposition bei der Riemser Arzneimittel AG , die sie zusammen mit ihrem Mann Norbert Braun aufgebaut hat.

Seit 2009 ist die 60-Jährige Geschäftsführerin der Braun Hanse-Holding GmbH und der Braun Beteiligungs GmbH, Aufsichtsratsmitglied der Enzymicals AG, sowie bis einschließlich 2014 Geschäftsführerin der Cheplapharm Arzneimittel GmbH.

Persönlichkeitsprofil, situative Führung und Konfliktverhalten

Mentorenseminar „Mein Führungsstil“

 

Unter dem Thema „Mein Führungsstil“ tauschten sich am 13. Juni 2017 neun Mentorinnen und Mentoren in den Räumen des Hotels Neptun in Warnemünde aus.

Trainerin Dr. Susanne Schütt lud die Teilnehmenden ein, ihren Führungsstil zu reflektieren, sich auszutauschen und vom gegenseitigen Wissens- und Erfahrungsschatz zu schöpfen. Vormittags stand der DISG Persönlichkeitsprofil und dessen Anwendbarkeit im Führungsalltag als auch Privatleben im Fokus. Auch im weiteren Seminarverlauf gab es vielfältigen Input zu Themen wie Situativer Führung, Feedback und Konfliktverhalten.

Mit einem Abschlussstatement der Teilnehmenden wurde ein abwechslungsreicher und produktiver Seminartag abgeschlossen.

Judith Usbeck

 

Schwierige Situationen ansprechen- Expertentipp von Dr. Susanne Schütt

Wenn Ihnen als Vorgesetzte ein unerwünschtes Mitarbeiterverhalten auffällt, haben Sie vielleicht auch schon festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, kritische Situationen anzusprechen.

Kommunikationsmodelle wie die „Vier Seiten einer Nachricht“, Ansätze der Gewaltfreien Kommunikation und der Vorteil von Ich-Botschaften sind uns oft grundsätzlich bekannt. In der konkreten Situation, die meist als belastend empfunden wird, fällt es uns jedoch oft schwer, die richtigen Worte zu finden. Verantwortlich dafür sind Stresshormone, die uns daran hindern, mit dem anderen Gesprächspartner eine konstruktive und für beide Seiten zufriedenstellende Lösung zu erarbeiten.

Der Kommunikationstrainer Thomas Schmidt schlägt für ein Konflikt- oder Kritikgespräch vor, nach der SAG ES-Formel vorzugehen. Zum einen ist diese Formel leicht einzuprägen und – nach etwas Übung - auch in stressigen Situationen gut abrufbar. Zum anderen hilft die Formel, die eigene Sichtweise zu überdenken und den Mut zu haben, schwierige Situationen anzusprechen.

Bei der SAG ES-Formel steht jeder Buchstabe für einen Schritt im Gespräch:

S

Sichtweise schildern

Benennen Sie den Sachverhalt konkret, ohne Verallgemeinerungen und Bewertungen. Sagen Sie, was Sie gesehen oder gehört haben, z. B. „Mir ist aufgefallen, dass Sie zu den letzten beiden Meetings zehn Minuten nach Neun gekommen sind.“

A

Auswirkungen beschreiben

Was bedeutet der Sachverhalt für Sie und andere? Sagen Sie z. B. „Das bedeutet, dass ich die wichtigen Informationen wiederholen musste oder dass wir auf Sie gewartet haben.

G

Gefühle benennen

Wie fühlen Sie sich? Unterscheiden Sie zwischen Gefühlen und Gedanken, z. B. „Das hat mich ärgerlich gemacht und zugleich irritiert.“

E

Erfragen, wie der Andere die Situation sieht

Hören Sie zu und fassen Sie Gehörtes zusammenfassen, z. B. „Wenn ich dich richtig verstanden habe, meinen Sie…“ Lassen Sie sich und Ihrem Gesprächspartner Zeit, die Sichtweise des jeweils anderen nachzuvollziehen und zu verstehen.

S

Schlussfolgerungen ziehen

Diskutieren Sie Maßnahmen und Lösungen. Leiten Sie diesen Schritt z. B. wie folgt ein: „Wie könnte eine Lösung aussehen?“ „Was schlägst du vor?“ „Ich wünsche mir…“

Probieren Sie es einmal. Überlegen Sie sich drei kurze Sätze für den „SAG“-Teil. Ermöglichen Sie dann sofort Ihrem Gesprächspartner seine Sichtweise darzustellen und klären Sie mit aktivem Zuhören Interessen und Bedürfnisse, und zwar beider Gesprächspartner. Oft ergeben sich dann ganz unerwartete Lösungsideen.