Zwischenveranstaltung Greifswald, 06. April 2017

Zur festlichen Zwischenveranstaltung des 3. Durchgangs „ Zukunft durch Aufstieg“ laden wir Sie recht herzlich am 06. April 2017 in die Universität Greifswald ein.

Programm:

Renate Heusch-Lahl
Projektleiterin
Koordinierungsstelle „Zukunft durch Aufstieg“

 

Veranstaltungsort

Universität Greifswald
Konferenzraum
Domstraße 11
17489 Greifswald

Kostenpflichtige Parkmöglichkeiten

Download der offiziellen Einladung


Ulrike Parson: „Führung heißt Verantwortung abgeben“

Unternehmerin ermutigt zu moderner Führung auf Zwischenveranstaltung am 6. April 2017 in Greifswald

Frage: Wie muss ich heute ein Unternehmen führen, um weltweit mithalten zu können?

Antwort: "Zum einen darf ein Unternehmen heute nicht mehr streng hierarchisch geführt werden. Ein agil geführtes Unternehmen ist flexibel und kann sich besser an wechselnde Marktbedingungen anpassen. Führung bedeutet daher, die Eigenverantwortung der Mitarbeiter und der Teams zu stärken und loslassen zu können. Führung heißt Verantwortung abzugeben. Wir haben uns für den Weg entschieden, mehr Führungsaufgaben direkt in den Teams zu realisieren und selbststeuernde Teams zu bilden.

Zum anderen muss sich ein Unternehmen digitalisieren. Es ist nicht die Frage „ob“ sondern „wie“ und „wann“ die Digitalisierung umgesetzt wird. Dies gilt nicht nur für Produkte, sondern auch für Dienstleistungen. Wir bieten zum Beispiel Schulungen an und digitalisieren gerade den Bestellprozess. Damit sind keine langen Vorgespräche mehr notwendig.

Auch die Rahmenbedingungen der Arbeit verändern sich. Home-Office, Telearbeit und freiere Entwicklung der Mitarbeiter kann man nur fördern, wenn man die technischen und organisatorischen Voraussetzungen dafür schafft."

Frage: Welche Aufgaben obliegen dann Ihnen als Chefin?

Antwort: "Als Chefin habe ich eine Unterstützungsfunktion. Dazu gehört die Geschäftsleitung, die strategische Planung von Unternehmenszielen, das Marketing, Repräsentationsfunktion oder Vertragsverhandlungen. Diese zentralen Funktionen können von den selbststeuernden Teams abgerufen werden. Man kann auch selbst als Teammitglied in Projekten mitarbeiten, um nicht den Kontakt zur Wirklichkeit zu verlieren."

Frage: Überfordern Sie mit der Selbstführung nicht manche Mitarbeiter?

Antwort: "Einige fühlen sich überfordert, weil sie aus anderen Strukturen kommen. Ihnen fällt es schwer umzudenken. Sie müssen das Silodenken aufgeben, z.B. dass nur der Chef dafür verantwortlich ist, dass es wirtschaftlich läuft. Zur Selbststeuerung in den Teams gehört, dass sich die Teammitglieder mit zusätzlichen Themen wie Projektcontrolling, Ressourcenplanung oder Recruitment auseinandersetzen. Und es gehört der Mut dazu, selbst Verantwortung zu übernehmen."

Frage: Wie wird sich die Arbeitswelt weiter verändern?

Antwort: "Es werden noch mehr Tätigkeiten ausgelagert werden. Alles, was automatisierbar ist, werden künftig Roboter erledigen. Das birgt die große Gefahr, dass einfache Arbeiten nicht mehr gebraucht werden. Dies ist eine große gesellschaftliche Herausforderung. Auf der anderen Seite werden immer mehr qualifizierte Menschen, Wissensarbeiter, benötigt. Der Stress wird indes nicht abnehmen. Die Arbeitswelt wird enger und rauer." 

Frage: Was raten Sie Frauen, die Führungspositionen in MV innehaben?

Antwort: "Du musst dir die Verantwortung nehmen, keiner wird sie dir geben. Habe den Mut, auch im Meeting lauter zu sprechen, so wie viele Männer. Lass dich nicht entmutigen. Dazu gehört auch das Risiko zu scheitern."

Hintergrund: Ulrike Parson (48) ist Vorstand der parson AG, geboren in Rostock und mit einem Abschluss der Universität Greifswald. Sie leitet das Unternehmen mit 18 Mitarbeitern, das weltweit tätig ist und stellt sich auf der Zwischenveranstaltung des 3. Durchgangs „Zukunft durch Aufstieg“ am 6. April 2017 in der Universität Greifswald den Fragen von Renate Heusch-Lahl.

70 Tandems vom Mentees und Mentorinnen und Mentoren arbeiten seit Monaten intensiv miteinander im Rahmen des Programms „Zukunft durch Aufstieg - Mentoring für weibliche Nachwuchsführungskräfte in Mecklenburg- Vorpommern“ in den Regionen Ludwigslust/Parchim, Schwerin, Rostock, Stralsund und Neubrandenburg. Ziel ist es, mehr Frauen den beruflichen Aufstieg in Führungspositionen in Unternehmen oder Institutionen mit wirtschaftsnahen Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern zu ermöglichen. Begleitend dazu bietet die Koordinierungsstelle Veranstaltungen, Einführungsworkshops und verschiedene Seminare an.

Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung des Landes Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) bis zum 31. Dezember 2017.